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Dem 1842 entstandenen Erstlingswerke „Vergiftungsversuch an Kaiser Friedrich II.“ und dem 1844 vollendeten „Cencius-Gemälde“ (jetzt Museum in Danzig) lies Schrader von Rom aus im Jahre 1846 die Übergabe von Calais (Nationalgalerie in Berlin) folgen, die bei ihrer Ausstellung in Berlin Aufsehen erregte und die Bedeutung des Künstlers festlegte. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde Schrader 1847 zum ordentlichen Mitgliede der Akademie erwählt und 1856 zum Lehrer der damals an ihr neu errichteten Malklasse ernannt, der er in wirkensreicher Lehrtätigkeit bis zum Sommer 1892 vorstand. In seinem künstlerischen Schaffen blieb Schrader dem in seinen Erstlingswerken betretenen Gebiete auch für die Folgezeit treu, koloristisch aus der etwas düsteren Stimmung seiner Frühzeit zu immer größerer Lebendigkeit fortschreitend. Aus der großen Zahl seiner Werke seien an Staffeleibildern als in öffentlichen Galerien befindlich erwähnt: „Friedrich der Grosse nach der Schlacht bei Kollin“ (1851, Leipzigl, „Karl I. von seiner Familie Abschied nehmend“ (1855, Nationalgalerie Berlin), „Esther vor Ahasverus“ (1856, ebenda), „Shakespeare als Wilddieb“ (Stuttgart), Die Huldigung der Städte Berlin und Kölln vor Friedrich I.“ (1874, Nationalgalerie). An Monumental Schöpfungen Schraders sind die Wandmalereien in der Schlosskapelle und in der Kuppel des neuen Museums in Berlin zu nennen. Frischer als all diese Zeugen einer uns jetzt als überwunden geltenden malerischen Richtung werden sich die zahlreichen meisterhaften Porträtschöpfungen des Künstlers erhalten, unter denen die Bildnisse von Konsul Wagener, Leopold von Ranke, Alexander von Humboldt, Cornelius, Graf Moltke, Bildhauer Albert Wolff genannt seien.