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namentlich wie wir es in Berlin zu trinken bekommen, ist unabsehbar. Dieses nahrhafte und gesunde Gebräu mehrt die menschlichen Kräfte, gibt Fleisch und Blut, erhellt den Verstand, gibt dem Charakter Zähigkeit und Festigkeit, begründet Familienglück und Wohlfahrt, macht zum Guten geneigt und führt schneller zum Ende. Alle Männer von einiger Bedeutung waren nicht bloß Biertrinker sondern Bayrische. Den Wein dagegen verschmähten sie zum Teil ganz, zum Teil stellenweise. So erzählt man sich vom Kaiser Napoleon, er habe in Grüneberg schon nach dem ersten ihm dargereichten Glase geäußert: Lieber noch einmal nach Moskau zurück, als ein Achtel von dieser Sorte. Auch Goethe trank während seiner Wanderjahre manches Stehseidel und wurde 82 Jahre alt. Schiller sang gewöhnlich schon nach dem ersten Schnitte das bekannte Lied:

Bairisch tranken alle Wesen

An den Brüsten der Natur! u. s. w.

So lassen sich tausend Züge erzählen, aber es ist schon spät und ich muss zu Wallmüller.

Liebich von „Jietzen.“