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Deshalb ist auch hier die Steinmetzkunst schlecht ausgebildet worden. Granitgeschiebe fanden sich nur zerstreut, nur die unteren Mauerteile der beiden letztgenannten Kirchen zeigen mehr oder minder sorgfältig behauene Granitkuben. Auch ihre Ornamente sind aus geformten und gebrannten Erdarten. Das berlinische Rathaus ist eng, unschön und steht hinter den Rathäusern der kleinsten sächsischen Provinzialstädte zurück. Aber wenn kein älteres Gebäude architektonisch der Beachtung wert ist, so möchte doch fast keine Stadt einen so großartigen, von lauter Prachtbauten umgebenen Platz aufzuweisen haben, wie der ist von den Linden bis zum Schloss. Stehen wir vor dem Grundstein des Friedrich-Denkmals [1851 eingeweiht], mit dem Auge nach dem Schlosse zu, so sehen wir links die Akademie, die Universität, die Königswache, das Zeughaus; rechts das Palais des Königs von Holland und das des Prinzen von Preußen, die Bibliothek, die Hedwigskirche, das Opernhaus, das Königspalais, die Schlossbrücke, und im Hintergrunde das Schloss, den Dom, die Börse und das Museum. In unmittelbarer Nähe liegen noch links die Singakademie und rechts die neue Bauschule und die werdersche Kirche. Ferner gehören noch hierher: das Schauspielhaus, das königstädtische Theater, das Münzgebäude, die Sternwarte, das Invalidenhaus, die Tierarzneischule, das Packhofgebäude, einzelne Kasernen u. v. a., die im alphabetischen Verzeichnis näher beschrieben sind. —