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*) Linden, unter den, die schönste Promenade in der Stadt, von der Churfürstin Dorothea gegründet, ihre Länge beträgt 250 Ruthen oder 1.600 Schritt, ihre Breite 14 Ruthen, mit fünf nebeneinander laufenden Wegen, von denen der mittelste die eigentliche Promenade, die beiden nächsten Reit- und die beiden äußersten Fahrwege bilden. Der Prospekt des Brandenburger Tores an dem einen, des Königlichen Schlosses an dem andern Ende der Linden gewähren einen Anblick, wie ihn wenige Städte Europas aufweisen können. Am Anfang derselben, dem Palais des Prinzen von Preußen gegenüber, ist die Stelle für das zu errichtende Denkmal Friedrichs des Großen, von einem leichten, eisernen Gitter umgeben.

Plätze und Märkte zählt Berlin einige dreißig. Die schönsten derselben sind: der Gensd'armen-Platz, so genannt weil, merkwürdig genug, unter Friedrich Wilhelm I. die Ställe der Gensd'armerie an den beiden Kirchen dieses Platzes angebracht waren. Friedrich II. veränderte diese Kirchen nach denen auf dem Piazza del Popolo in Rom, und sie gehören nach ihrer reichen Ornamentur zu den besten unter seinen Auspizien ausgeführten Bauwerken; — der Schlossplatz und der Lustgarten von beiden Seiten des Schlosses; — der Dönhoffplatz, 1734 von dem Grafen von Dönhoff angelegt; der Alexanderplatz; der Wilhelmplatz mit den Statuen der berühmtesten Feldherren aus der Zeit Friedrichs II., und die schönen Plätze am Halleschen (auch Belle-Alliance-Platz genannt, wo im Herbste 1839 der Grundstein zu einer großartigen Friedenssäule gelegt wurde), Leipziger, Brandenburger und neuen Tore, die sich vorzugsweise durch Regelmäßigkeit und die Schönheit der sie umgebenden Häuser auszeichnen.

Brücken zählt Berlin einige vierzig. Unter ihnen zeichnen sich vorzugsweise aus: die Schlossbrücke, am Zeughause; sie ist 156 Fuß lang und 96 Fuß breit, so daß 9 Wagen neben einander fahren können. Sie wurde 1822—1824 ganz massiv gebaut an der Stelle der früheren Hundebrücke; das gusseiserne Geländer, mit Tritonen und arabesken Wassergestalten, hat auf jeder Seite noch vier kolossale geschliffene Granitblöcke, die noch Gruppen erwarten, welche auf sie gestellt werden sollen. — Die Lange- oder Churfürstenbrücke, mit der Statue des großen Churfürsten, ward bereits 1692 erbaut; 1818 erhielt sie statt des früheren Steingeländers das gegenwärtige eiserne. — Die Friedrichsbrücke, in der Nähe der Börse, ist 240 Fuß lang und die längste unter allen. —