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Tore hat Berlin 19, nämlich 17 Land- und 2 Wassertore, drei von den ersteren sind nach Art der Pariser Barrieren angelegt: das Potsdamer Tor seit seinem Umbau 1824, das Louisen- oder neue Tor 1836, und das Anhaltische Tor 1840 eröffnet. Das prachtvollste und das großartigste ist das Brandenburger Thor *). —

Die Tore wurden meist nach den Orten benannt, zu denen der Weg von ihnen aus führte. Gegenwärtig aber reist man nach Halle nicht durch das Hallesche, sondern durch das Anhaltische und Potsdamer Tor, nach Breslau nicht durch das schlesische, sondern durch das Frankfurter, nach Hamburg nicht durch das Hamburger, sondern durch das Brandenburger Tor. Wozu also diese konservative Beibehaltung veralteter Namen, die, wie die Beibehaltung von so manchem andern Veralteten, nur für eine längst entschwundene Zeit seine historische Rechtfertigung findet, gegenwärtig aber nur unsinnig und verwirrend ist.

Berlin Brandenburger Tor - Rückkehr der Quadriga 1814*) Brandenburger Tor, das, eines der großartigsten und prachtvollsten Bauwerke, bildet den Eingang in den schönsten Teil der Stadt. Seine Breite beträgt 195 Fuß 9 Zoll, seine Höhe 64, mit dem Siegeswagen 80 Fuß. König Friedrich Wilhelm II. ließ dieses prachtvolle Bauwerk, durch Langhans, mit einem Kostenaufwande von mehr als einer halben Million Taler, in den Jahren von 1789 — 1793, nach dem Muster der Propyläen in Athen, ausführen. Die auf dem Tore stehende Quadriga mit der Siegesgöttin ist von Schadow modelliert und von dem Kupferschmied Juri in Kupfer getrieben; die vier Pferde vor dem Wagen sind 12 Fuß hoch. Von den fünf Durchgängen des Tores ist der mittelste für den Hof, die beiden nächsten sind für die herein- und hinauswollenden Reiter und Wagen, und die beiden äußersten für die Fußgänger. Die Franzosen hatten 1807 den Siegeswagen, wie die venetianischen Rosse des St. Marcus, nach Paris geführt; die siegreichen Preußen brachten ihn indes 1815 wieder zurück, und seitdem hat die Siegesgöttin auch das eiserne Kreuz mit dem Adler erhalten.