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Die alten Schatten der Gewalt scheinen den Verein wieder einzuholen. Lange Jahre kämpften der Verein, der derzeit in der 5. Liga (NOFV Nord) spielt und die zum großen Teil gewaltfreien Anhänger gegen Chaoten, die immer wieder die in niederen Ligen kaum bewachten Sport-Veranstaltungen ausnutzen, um Testosteron und Adrenalin gegen andere Gäste und vor allem gegnerische Anhänger zu leiten.
Jahn-SportparkVor wenigen Tagen erschütterten wieder böse Ereignisse die Sportfreunde, als Hooligans und andere gewalttätige Besucher während des DFB-Pokal-Spiels Dynamo-Kaiserslautern im Jahnsportpark auf Familien, Jugendliche und auswärtige Fans losgingen. Offenbar hatte der Sicherheitsdienst des Vereins zur Zeit des Abpfiffs Tore zum Gästeblock geöffnet, die nicht hätten geöffnet werden dürfen. Polizeibeamte, die die eskalierende Situation zu beruhigen suchten, geben nun diesem Sicherheitsdienst die Schuld dafür, dass es überhaupt so weit kam. 18 Polizisten, mehrere Gästefans, darunter auch Kinder, wurden verletzt. Sicher war auch Frust dabei, da Dynamo das Spiel bereits 0:3 verloren hatte. Somit kann nicht nur Alkohol immer wieder als Argument herangezogen werden.
Selbstverständlich sind nun wieder einmal höhere Sport-Gremien eingeschaltet, aber dabei bleibt es nicht. Für das kommende Jahr wird bereits überlegt, den BFC Dynamo vom Pokal auszuschließen. Auch diese Fünft-Liga-Saison könnte noch alles andere als heiter für die Berliner werden.
Der Club aus Lichterfelde LFC 1892, der am Sonntag (7. Aug.) als nächster Verein auf dem Spielplan gegen Dynamo antritt, hegt Zweifel, die Begegnung auszutragen. Der LFC fürchtet nicht nur, dass das eigene Publikum ausbleibt, sondern die Vereinsleiter lehnen im Moment die Veranstaltung ab, weil sie nicht Zaunanlagen wie Käfige errichten oder etliche Wachmannschaften stellen können, die ihre eigenen Anhänger und Gäste beschützen, falls es einmal mehr zu Ausschreitungen kommen sollte. Vereinshaus DynamoSportforum-Stadion von Dynamo

Somit fährt das absurde Karussell eine weitere Runde im Kreis der Gewalt, wo sich Hooligans die niederen Ligen als Versteck für kaum kontrollierte Gewaltorgien aussuchen, und auf der anderen Seite man auch von Fünftligisten keine tausende Euro teuren Wachschutz oder Polizeieinsätze erwarten kann.

Wie ohnmächtig schauen wir einmal mehr zu, wenn hunderte Polizisten in teuren Sondereinsätzen Lager auseinanderhalten müssen, damit kein Mensch umgebracht wird.
Wie die Saison anläuft und welche Strafen auf den BFC zukommen, wird sich also zeigen.

Eissporthalle BerlinNachschlag: Gleich neben dem Dynamo-Stadion liegt die große Eissporthalle. Vielleicht spielt es sich darin besser. Es soll da auch nicht so überhitzt zugehen.

Fotos (5): C. Schmidt