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Aus: Berliner Bilder - Hundert Momentaufnahmen, von Johannes Trojan (1837-1915) deutscher Schriftsteller. 1903

Ist auf der Berliner Stadtbahn schon einmal ein weibliches Wesen mit einer Handarbeit beschäftigt gesehen worden? Ja, ich habe schon einmal in der dritten Klasse, die von Leuten meines Standes meist zum Fahren benutzt wird, eine strickende Frau gesehen, aber dies eine Mal nur, und das ist schon lange her. Das Stricken ist ja überhaupt als Handarbeit mehr und mehr abgekommen, seit Maschinen dafür erfunden sind, die sehr akkurat arbeiten und nicht leicht eine Masche fallen lassen. Es ist mir im vorigen Sommer aufgefallen, dass von den vielen Fischfrauen, die morgens auf der ,,Zufriedenheit“ - so heißt der kleine Dampfer - von der Nehrung nach Danzig fahren, nur wenige noch strickten. Die meisten waren untätig bis auf ihre Zungen, die ebenso auch die Strickenden in unaufhörlicher Bewegung erhielten. Am Ende werden nur noch die Schäfer stricken, bis auch diese so gebildet geworden sind, dass sie das Schafhüten für amüsanter halten, wenn sie dabei einen modernen Roman lesen. . . .[Vollständiger Beitrag auf Lexikus.de]