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Puffendorf war mit einem bedeutenden Gehalt aus schwedischen Diensten nach Berlin berufen und erhielt den Auftrag, die Geschichte des großen Kurfürsten zu schreiben. Er hat denselben musterhaft erfüllt und aufs Fleißigste das ihm zu Gebot stehende Archiv zu Forschungen bei seiner Arbeit benutzt. Friedrich bewies ihm seine Zufriedenheit für das vollendete Werk durch ein Geschenk von 10.000 Thalern, welches er ihm machen wollte; da aber das Geld nicht vorhanden war, nicht auszuzahlen vermochte.

Puffendorf sollte jährlich 1.000 Thaler erhalten; aber er erlebte die Abtragung der ganzen Summe nicht. Als er starb, waren noch 4.000 Thaler Rest und seine Wittwe, der eine Pension von 300 Thalern bewilligt worden war, vermochte weder mit ihren Bitten um pünktliche Bezahlung des ihr schuldigen Geldes noch mit denen um die regelmäßige Pension durchzudringen; sie mußte in Berlin ein kümmerliches Leben führen.

Auch der berühmte Johann Christoph Beckmann zeichnete sich während Friedrichs Regierung durch seine Forschungen im Gebiet der märkischen Geschichte aus.

Ganz entgegengesetzt den Neigungen und Gewohnheiten ihres Gatten zeigte sich Sophie Charlotte. Sie zog die Gelehrten an ihren Hof und behandelte sie mit der freundlichsten Zuvorkommenheit. Wir erwähnten bereits, dass der berühmte Leibnitz ihr vertrauter Freund und Ratgeber war.