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Der gute Mensch von Berlin – Folge V

Berliner Kammergericht verbietet zum Nazischutz skandinavische Namen

ITextil-Shop - hier noch mit Namenn Friedrichshain kommt es nicht nur zur spontanen Selbstentzündung überhitzter KFZs, sondern auch zu Protesten gegen Läden, in denen rechtsgewandelte Naturen ihre vom vielen Marschieren zerlodderten Textilien aufbessern.

So wurde der Laden „Tromsø“ nahe des Bersarin-Platzes seit Eröffnung 2008 wiederholt durch Demonstrationen, Farbbeutel-Designtests und Glasbruch-Prüfungen mit Aufmerksamkeit generös beschenkt.

Der gute Mensch von Berlin – Folge IV

Die Bescheidenheit der BILD

Bescheidenheit ist eine Zier, doch kommt BILD weiter ohne ihr

Die BILD reiht sich in die Folge „Der gute Mensch von Berlin“ ein als arroganter Teufel der Un-Bescheidenheit.
WIR SIND PAPST ist angeblich „Die berühmteste Schlagzeile der Welt“.

Olympiastadion BerlinDer Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH ist auch für Großveranstaltungen zuständig und wurde in dieser Funktion unlängst von einem Radiosender interviewt. Hierbei ging es um den Papstbesuch im Stadion am 22. September 2011. Benedikt XVI. wird hier eine von mehreren landesweit geplanten Messen halten. Es wird wohl voll.

Moralarsch BRFDer gute Mensch von Berlin – Folge II

Der Berliner Rundfunk - BRF 91.4 – Moralarsch des Monats

Der BRF 91.4 ist ein ganz durchschnittlicher Radiosender der Hauptstadt, mit durchschnittlichen Quassel-Einlagen, enger Musikauswahl, breit bedruckter Werbebrust, üblichem offensichtlichen Geschleime in Richtung CDU, äußerst tiefgründigen 1-Minuten-Interviews und normalem Hang, schöne Lieder abzuwürgen für nervige Eigenreklame oder den lebensentscheidenden 4. Wetterbericht in der laufenden Stunde.

So weit, so schlecht.

Aber der BRF kann noch mehr, nämlich moralisieren. In seinen Nachrichtenblöcken erwähnen sie in ausgewählter Betonung, dass „gestern wieder eine 15-jährige Jugendliche im Hasenheide-Park betrunken aufgefunden wurde“ oder ähnliches. Immer, wenn Themen von globaler Bedeutung dieser Art auftauchen, ist der BRF dabei.
Da denkt man sich kurz vor 7 Uhr morgens: „Uhh ja, gut, hab verstanden, verdorbene Jugend, alles klar.“

Aber da hat man im Morgengrauen die Honigschnitte noch gar nicht fertig geschlemmt, da kommt ein Werbeblock herein gehämmert mit lustigen Dialogen von BRF Werbe-Partnern wie diesem hier:

Ashl. Madison: „Das Leben ist kurz. Gönn Dir eine Affäre!“ – und dann geht´s erst los:
– 2 Frauen treffen sich, mit gepressten Schauspieler-Stimmen:
„Hi, Du warst ja so aufgeregt am Telefon, was ist denn los?“ – „Ich habe einen neuen Mann kennengelernt.“ – „Wo?“ – „Bei Ashl. Madison, dem passenden Portal für Frauen wie uns: verheiratet, aber vernachlässigt, und auf der Suche nach mehr.“ – „Du strahlst ja so. Dieses Mehr scheinst Du ja gefunden zu haben“. „O ja.“ – Das Leben ist kurz – Gönn´ Dir eine Affäre!

Lesson One. Repeat:
Der gleiche Radiosender, der uns weismachen will, wie verdorben unsere ständig betrunkenen Jugendlichen sind, freut sich über Geld von einem Fremdgeh-Portal aus den USA (die ja für ihre sattelfeste Moral und niedrige Scheidungsrate bekannt sind)?

Ich stelle mir die 12-jährigen Töchter und Söhne ungern vor am Frühstückstisch, wenn Mama und Papa rot werden bei solch einem Werbe-Spot, und die Kinder später nachschauen, was das Wort „Affäre“ bedeutet. Klasse, das bringt alle voran!

Also, Schulfach Moral: glatte 6 für den BRF in diesem hahaheißen Ssssommer!

Igitt!

Braunalgen - mitunter auch gelbDer gute Mensch von Berlin – Folge 1: Die FDP

Wahlkampf. Seit wenigen Tagen säumen wieder Piraten, gelbe, rote und andersfarbige Plakate die Pfähle dieses Landes, so auch in Berlin. Hier holen die Rechten 80er Jahre DVU-Gedächtnis-Zeichnungen aus der reaktionären, klebrigen Mottenkiste. Arabern auf fliegenden Teppichen wird eine „gute Heimreise“ gewünscht. Klasse!

Aber auch Gelbe gesellen sich einmal mehr weit rechts im Spektrum, mit Sprüchen wie diesem:

Unschuldsengel BerlinIn diesen Kolumnen schaut der Autor in Berlin nach Personen oder Institutionen, die aktuell ihre Klappen weit aufreißen, und prüft, was dahinter steckt.

In Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" (1940) kommen 3 Götter zur Erde herab, um zu beweisen, dass trotz Egoismus die Welt doch gute Menschen beherbergt, und sie daher die Welt nicht in anstrengenden Reformen verbessern müssten. Leider finden sie jedoch keinen guten Menschen. Dieses Drama endet mit dem Satz (bekannt aus M. R. Ranickis "Literarisches Quartett"): "Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen."

An Brechts Suche nach dem Menschen, der es in einer schlechten Welt schwer hat, gut zu sein, orientiert sich diese gesellschaftliche Kolumne, wobei sich die Waage zwischen Schurken und kleinen Helden auspendeln soll.

Los geht´s mit Folge 1 - zur FDP !