mein-berlin.jpg

Der Ansang hierzu begann 1699 mit der Seite nach dem Lustgarten zu; leider ist es nicht nach seinem Plane vollendet worden, sondern ein Herr Eosander v. Göthe, der weniger Geschmack hatte, als sein späterer Namensvetter Wolfgang, verdrängte Schlüter und veränderte unpassend dessen Plan mit dem vorspringenden Portale nach der Schlossfreiheit zu. Endlich vollendete Böhme 1716 das Ganze wie es jetzt ist. Für die Dekoration des Innern taten Friedrich Wilhelm I., Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. das Meiste. Das Schloss bildet gegenwärtig ein längliches Viereck, 460 Fuß lang und 276 Fuß breit, und ist mit der Galerie 101 Fuß hoch. Das platte Dach ist mit Kupfer gedeckt. In dem Teil der Stechbahn gegenüber befindet sich ein 1720 von Ebert angelegtes Wasserbehältnis, das, mittelst eines bei den Werderschen Mühlen befindlichen Druckwerks, das ganze Schloss mit 7.000 Tonnen Wasser versorgt, welches durch Schläuche nach allen Gängen und Zimmern geleitet werden kann. Das Schloss hat im Ganzen 5 Portale, 4 Höfe und an 5 — 600 Zimmer. Zu den sehenswertesten der letzteren gehören: der Rittersaal, die Bildergalerie, der weiße Saal, die Schlosskapelle und die Kunstkammer. Bewohnt wird gegenwärtig das Schloss von Sr. Majestät dem Könige und dem Prinzen Wilhelm, Onkel Sr. Majestät. Außer einer Menge Amts- und Dienstwohnungen ist noch eine große Zahl Zimmer zum Empfang hoher Herrschaften stets eingerichtet. Ferner befinden sich im Schlosse: die Säle für den Staatsrat, das Geschäftslokal für das Hofmarschallamt, die Generalstaatskaffe, das Archiv und die Schatzkammer. Zur Besichtigung des Inneren meldet man sich bei dem Kastellan, aus dem zweiten Schlosshofe, dem großen Portale gegenüber, eine Treppe hoch.