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Humoristisch-satyrischer Volks-Kalender des Kladderadatsch für 1851. Herausgegeben von D. Kalisch (1820-1872) deutscher Schriftsteller

Kladderadatsch 1859

Kleidung. Dieser Punkt ist ein sehr schwieriger. In Schlafrock und Pantoffeln erscheinst du revolutionär. Trägst du einen weichen Filzhut mit breitem, abgekremptem Rande und ein rotes Halstuch, so könnte man dich für Mazzini halten. Sind deine Kleider in desolaten Umständen, so wirst du als Vagabond auf den Schub gebracht; kleidest du dich nach dem Modejournal, so hält man dich für einen Narren. Es bleibt dir fast Nichts! übrig, als dich entweder in Uniform oder in Züchtlingskostüm stecken zu lassen, um ganz sicher zu gehen.

Humoristisch-satyrischer Volks-Kalender des Kladderadatsch für 1850. Herausgegeben von D. Kalisch (1820-1872) deutscher Schriftsteller

Deutscher Bund 1815 - 1866

Deutschland ist ein schönes Land und liegt der Jungfrau Europa im Magen.

896 kam durch Arnulph von Kärnthen die römische Kaiserwürde dauernd auf Deutschland. Aber schon 911 machte das Haus der Karolinger vollständig banquerot und mit dem Erlöschen dieser Firma hörte jede erbliche Thronfolge für Deutschland auf, eine Behauptung die, mit dem nöthigen Kommentar versehen, hinreicht in Rastatt standrechtlich erschossen zu werden.

Berliner Polizei 1787Aus: Eine geschichtliche Darstellung der Polizei-Verwaltung von Berlin aus der frühesten Zeit bis auf die jetzige. Von Albert Ballhorn, 1851

Es hat nicht in der Absicht des Verfassers gelegen, in Betreff der früheren Polizei-Verwaltung von Berlin und des polizeilichen Zustandes des Landes überhaupt genaue historische Forschungen anzustellen oder kritische Beiträge zu liefern. Er hat nur eine Geschichte der Polizei-Verwaltung schreiben wollen, und dabei aus Akten und publizierten Verordnungen geschöpft. Es war ihm besonders daran gelegen zu zeigen, dass die Regierungen stets ihr besonderes Augenmerk auf eine gute Polizei-Verwaltung gerichtet haben, und dass dieselbe eine größere und höhere Bedeutung hat, als man ihr gewöhnlich zugesteht.

Berlin Zeughaus um 1800Aus: Der Fremde in Berlin und Potsdam: neuester und zuverlässigster Wegweiser beim Besuche dieser Hauptstädte und ihrer Umgebungen, eine genaue Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen enthaltend, ... etc. Von Julius Löwenberg (1800-1893) deutscher Geograph und Autor. 1843

Zeughaus, das Königliche, dem Königlichen Palais gegenüber (ein regelmäßiges Viereck, dessen Seiten 184 Fuß Länge haben); eins der schönsten und imponierendsten Gebäude der Welt, bewundernswert wegen seiner vortrefflichen Architektur, seiner äußeren Verzierungen und inneren geschmackvollen Dekoration. Das Gebäude ward 1695 nach Nehrings Plan begonnen und von de Bodt fortgesetzt.

Das Königliche Stadtschloss in Berlin um 1900Aus: Der Fremde in Berlin und Potsdam: neuester und zuverlässigster Wegweiser beim Besuche dieser Hauptstädte und ihrer Umgebungen, eine genaue Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen enthaltend, ... etc. Von Julius Löwenberg (1800-1893) deutscher Geograph und Autor. 1843

Schloss, das Königliche; der Bau desselben wurde im Jahre 1443 von Churfürst Friedrich II., dem Eisernen, angefangen, aber Churfürst Joachim II. ließ die sogenannte Burg 1540 niederreißen und ein ganz neues drei Geschoss hohes Schloss von Kaspar Theiß aufführen, wovon noch in dem Teile an der Wasserseite Überreste vorhanden sind. Die Vergrößerungen seiner Nachfolger versielen während des 30jährigen Krieges fast ganz. Erst Churfürst Friedrich III., nachmaliger König Friedrich I., ließ durch Schlüter die einzelnen Teile zu einem vollkommenen Ganzen vereinen.

Berliner Börse um 1900Aus: Der Fremde in Berlin und Potsdam: neuester und zuverlässigster Wegweiser beim Besuche dieser Hauptstädte und ihrer Umgebungen, eine genaue Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen enthaltend, ... etc. Von Julius Löwenberg (1800-1893) deutscher Geograph und Autor. 1843

Börsenhalle
, am Lustgarten, enthält außer den Versammlungssälen für die Kaufmannschaft, dem Geschäfts- und Beamtenlokal auch ein bedeutendes Lesekabinett, belletristischer und politischer Blätter. Fremde müssen durch Mitglieder der Gesellschaft eingeführt werden. Die Versammlungszeit der eigentlichen Börse ist von 1 — 3 Uhr.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

Das 19te Jahrhundert begann trotz der scheinbar günstigen, geachteten Stellung des preußischen Staates mit langsamem, aber unaufhaltbarem Verfall. Es kamen die Jahre des Krieges und der Knechtschaft, aber auch die Zeiten der Erstarkung, des Freiheitskampfes und des Sieges. Als endlich das Palladium für des Vaterlandes Freiheit, die Viktoria auf dem Brandenburger Tore wieder aufgestellt war, da war es des heimgekehrten Königs Friedrich Wilhelms III. erster Gedanke, seine Helden zu ehren und den erneuten Aufschwung des Staates durch Baudenkmale in Berlin zu verherrlichen.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

König Friedrichs II. Scharfblick erkannte auch unmittelbar nach seiner Thronbesteigung, dass das schönste Terrain für monumentale Bauten, die Gegend zwischen dem Zeughause und der Akademie, noch offen sei und zu seiner Disposition stände. Schon 1740 beauftragte er W. von Knobelsdorff, einen Freund und Genossen des idyllischen Lebens von Rheinsberg, den Entwurf zu einem Königlichen Opernhause zu liefern, welches an dem verlegten und eingeschränkten Festungsgraben errichtet werden sollte. Der 1741 begonnene und trotz des schlesischen Krieges energisch betriebene Bau kam 1743 zu Ende und erntete, namentlich in der Anlage des Innern, den Beifall des Königs.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

Schlüters Nachfolger am Schlossbau war Eosander von Göthe, den die Geschichte wohl nicht mit Unrecht als die versteckte Triebfeder von Schlüters Sturz bezeichnet. Von Eosander rührt die Schlossfassade an der Schlossfreiheit her, welche den Haupteingang bilden sollte und daher mit dem großen Hauptportal geschmückt wurde. Aber an diesem einen Bauteil erkennt man deutlich das viel geringere Talent des Nachfolgers. Das mächtige Hauptportal ist eine fast sklavische Kopie des Triumphbogens des Septimius Severus zu Rom und kann schon deshalb gegen die von Schlüter selbstständig geschaffenen, nicht minder großartigen Schlossportale an der Schlossplatz- und Lustgartenseite sich ebenbürtig nicht behaupten.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

Als der große Kurfürst nach tatenreicher Regierung starb, hinterlies er seinem Sohne Friedrich III. einen neubegründeten kräftigen Militärstaat und als Hauptstadt desselben die sicher geschützte, bereits zu neuem Leben erwachte Festung Berlin.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

Aber so viel Not und Elend der dreißigjährige Krieg auch mit sich brachte, er hatte auch sein Gutes. In der eisernen Zeit erwuchsen eiserne Männer. Ein solcher Mann war Kurfürst Friedrich Wilhelm, dessen Tatkraft den brandenburgischen Staat auf eine neue Höhe hob. Schon als er in Gemeinschaft mit seiner Gemahlin im Jahre 1647 die Lindenallee pflanzte und die Anlage von neuen Vorstädten projektierte, hatte er erkannt, dass wenn Berlin die Hauptstadt eines kräftigen Militärstaates werden sollte, sie durch starke Befestigungen gesichert werden müsse. Denn noch besaß Schweden Teile von Pommern nebst dem wichtigen Stettin und das zwar schon von Parteien zerrüttete Polen war noch stark genug, um einen Angriff gegen den westlichen Nachbar wagen zu können.

Aus: Baugeschichte von Berlin. Vortrag gehalten im Berliner Hilfs-Verein für das germanische Museum zu Nürnberg am 6. Februar 1861 von F. Adler (Baumeister) 1861.

Wie schwer man sich aber von den Traditionen des Mittelalters trennte, beweisen nicht nur beide burgartig hoch emporragende, mit Türmen und Giebeln reich versehene Schlösser, noch mehr wird dies erkennbar an der sorgfältig bis nach dem dreißigjährigen Kriege erhaltenen Stechbahn auf dem Schlossplatze (zwischen der Spree und dem großen Kandelaber belegen), auf welchem die ritterlichen Spiele noch immer mit fast unerhörter Pracht gefeiert wurden. Auch der alte bis zur jetzigen Schlossbrücke heranreichende Tiergarten hatte noch keine andere Bestimmung erhalten, als der leidenschaftlichen Jagdlust des kurfürstlichen Hofes zu dienen.