Berlin – Lange Brücke mit dem Reiterstandbild des großen Kurfürsten
Eins der schönsten Bauwerke aus der Zeit Friedrichs ist die Lange Brücke mit dem herrlichen Monument des großen Kurfürsten.
Bisher war die Lange Brücke eine elende Holzbrücke gewesen; im Jahre 1690 wurde sie unter der Leitung des Baumeisters Nehring mit prächtigen Pirnaischen Quadersteinen zu erbauen begonnen. Der Plan wurde, als Schlüter hinzutrat, geändert und in den Jahren von 1692—1695 das herrliche Werk vollendet. Im Jahre 1703 am Geburtstage des Königs wurden die Statue des großen Kurfürsten auf der Langen Brücke feierlich eingeweiht. Wilken gibt uns hierüber folgende Schilderung:
Berlin – Stechbahn, Zeughaus und diverse Kirchen
Berlin seit 500 Jahren. Vom Fischerdorf zur Weltstadt. Geschichte und Sage. Band 2. 1864. Von Adolph Streckfuß (1823-1895) deutscher Agrarökonom und Schriftsteller.
In Verbindung mit dem Schlossbau stand auch der der Stechbahn, jener Häuserreihe, welche sich von der Brüderstraße bis an die Werderschen Mühlen erstreckt.
Der König hatte ursprünglich die Absicht gehabt, an der Stelle, wo jetzt die Stechbahn steht, der Langen Brücke gerade gegenüber, eine steinerne Brücke nach dem Werder herüber zu ziehen; aus dem Plan wurde indessen nichts und im Jahre 1702 wurde statt dessen die gegenwärtig noch bestehende Stechbahn mit ihren Kaufmannsläden und Bogenlauben gebaut. Der Platz vor der Stechbahn, unter welchem sich die Keller derselben befinden, wurde mit hölzernen Pfählen umgeben, damit nicht darauf gefahren werden könne. Innerhalb dieser Umzäunung versammelten sich alle Mittage die Kaufleute und dies gab Veranlassung zur Begründung der Börse.
Berlin – Das Schloss, Schlüter und der Münzturm
Friedrich war das Schloss seiner Ahnen bei Weitem zu enge; er beschloss, dasselbe vollkommen umbauen zu lassen und übertrug diese Arbeit dem berühmten Schlüter, dem größten Baumeister seines Zeitalters.
Es war für Schlüter keine kleine Arbeit, aus den in den verschiedensten Zeitepochen entstandenen Gebäuden, die ohne Ordnung und Symmetrie in einander gebaut waren, ein zusammenhängendes Ganze, einen Palast von edler Anlage zu schaffen. Schlüters Genialität überwand alle Schwierigkeiten. Er entwarf den Plan zu einem prächtigen Schloss mit großen, reich geschmückten Höfen in der Mitte und der Plan fand die Billigung des Kurfürsten.
Berlin – Der Friedrichswerder und Cöln
Der Friedrichswerder hatte sich schneller wie die Dorotheenstadt gehoben; ihn zierte das prächtige im Jahre 1706 vollendete Zeughaus, außerdem war auch der Münzkanal angelegt worden und der Platz an der neuen Kirche seit dem Jahre 1705 mit schönen Häusern umgeben.
Berlin - Dorotheenstadt
Berlin seit 500 Jahren. Vom Fischerdorf zur Weltstadt. Geschichte und Sage. Band 2. 1864. Von Adolph Streckfuß (1823-1895) deutscher Agrarökonom und Schriftsteller.
So war durch die Friedrichsstadt ein neuer prächtiger Stadtteil entstanden, der unmittelbar an die Dorotheenstadt grenzte. In dieser aber wollte der Anbau nicht so gut gelingen, wie in der Friedrichsstadt selbst. Eine Menge schlechten Gesindels hatte sich dort nach und nach angesiedelt und schreckte die besseren Klassen vom Anbau zurück. Im April 1698 befahl Friedrich, die leeren Plätze auf der Dorotheenstadt zu bebauen; in Folge dieses Befehls mehrte sich zwar die Zahl der Häuser, aber nicht die Zahl der anständigen Bewohner.

