Donnerstag, 23 Mai 2013

You are here Tourismus Tourismus Die sehenswertesten öffentlichen Gebäude Berlins

Die sehenswertesten öffentlichen Gebäude Berlins

Berlin, Reiterstandbild Friedrichs des GroßenAus: Der Fremde in Berlin und Potsdam: neuester und zuverlässigster Wegweiser beim Besuche dieser Hauptstädte und ihrer Umgebungen, eine genaue Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen enthaltend, ... etc. Von Julius Löwenberg (1800-1893) deutscher Geograph und Autor. 1843

Von den öffentlichen Gebäuden sind sehr viele sehenswert und stehen in architektonischer Hinsicht den ausgezeichnetsten zur Seite, die überhaupt existieren. Aus dem Mittelalter haben sich zwar im Ganzen nur drei bemerkenswerte Baudenkmäler erhalten: die Kloster-, Marien- und Nikolaikirche. Sie repräsentieren in ihrem Material die beschränkten Mittel, welche der Baukunst jener Zeit zu Gebote standen. Der Sandstein fehlte fast ganz. Der Wenige, der aus dem Magdeburgischen kam, war dem Verwittern zu sehr ausgesetzt.

Deshalb ist auch hier die Steinmetzkunst schlecht ausgebildet worden. Granitgeschiebe fanden sich nur zerstreut, nur die unteren Mauerteile der beiden letztgenannten Kirchen zeigen mehr oder minder sorgfältig behauene Granitkuben. Auch ihre Ornamente sind aus geformten und gebrannten Erdarten. Das berlinische Rathaus ist eng, unschön und steht hinter den Rathäusern der kleinsten sächsischen Provinzialstädte zurück. Aber wenn kein älteres Gebäude architektonisch der Beachtung wert ist, so möchte doch fast keine Stadt einen so großartigen, von lauter Prachtbauten umgebenen Platz aufzuweisen haben, wie der ist von den Linden bis zum Schloss. Stehen wir vor dem Grundstein des Friedrich-Denkmals [1851 eingeweiht], mit dem Auge nach dem Schlosse zu, so sehen wir links die Akademie, die Universität, die Königswache, das Zeughaus; rechts das Palais des Königs von Holland und das des Prinzen von Preußen, die Bibliothek, die Hedwigskirche, das Opernhaus, das Königspalais, die Schlossbrücke, und im Hintergrunde das Schloss, den Dom, die Börse und das Museum. In unmittelbarer Nähe liegen noch links die Singakademie und rechts die neue Bauschule und die werdersche Kirche. Ferner gehören noch hierher: das Schauspielhaus, das königstädtische Theater, das Münzgebäude, die Sternwarte, das Invalidenhaus, die Tierarzneischule, das Packhofgebäude, einzelne Kasernen u. v. a., die im alphabetischen Verzeichnis näher beschrieben sind. —