Aus: Der Fremde in Berlin und Potsdam: neuester und zuverlässigster Wegweiser beim Besuche dieser Hauptstädte und ihrer Umgebungen, eine genaue Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen enthaltend, ... etc. Von Julius Löwenberg (1800-1893) deutscher Geograph und Autor. 1843
Akademie-Gebäude, das, unter den Linden Nr. 38, ist nach Nehring 1680 erbaut, nach einem Brande 1765 von Boumann wieder hergestellt, und 1835 durch den neuen Ausbau bedeutend vergrößert worden. Im mittleren Fenster der Hauptpforte ist die Berliner Normaluhr, nach der alle anderen gerichtet werden. Im unteren Stockwerke des Frontgebäudes sind die Sammlungen von Gipsabgüssen und die Lehrzimmer; im oberen Stockwerke des Front- und rechten Seitengebäudes sind die Sitzungs- und Bibliothekszimmer der Akademie der Wissenschaften, wo auch die Kunstausstellungen im September und Oktober stattfinden.
Die drei jährlichen öffentlichen Sitzungen sind zur Feier des Geburtstages Friedrich des Großen, des Geburtstages Sr. Maj. des regierenden Königs und des Jahrestages ihres Stifters Leibnitz. — Direktor der Akademie der Künste ist noch immer Herr Professor Dr. Schadow (Schadowstraße Nr. 10). In dem untern Geschosse des rechten Seitenflügels ist die Druckerei der Akademie, der linke Seitenflügel bildet mit den nötigen Ställen die schöne Kaserne für die hiesige Eskadron Garde du corps, und auf der ehemaligen Sternwarte befindet sich die erste Telegraphenstation der 1833 von Major O'Etzel eingerichteten, ersten deutschen Telegraphenlinie nach Koblenz.

